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Der Hund und die Beziehung Mensch - Hund

Der Hund ist ein komplexes Wesen:
Er hat Gefühle, Emotionen und das Bedürfnis nach sozialen Kontakten sowie körperlicher und geistiger Auslastung.
Der Hund braucht das Gefühl, beim Menschen Schutz zu finden, wenn er ihn als Leitfigur anerkennen und sich im täglichen
Miteinander nach ihm ausrichten soll. Dieses Gefühl wird ihm der Mensch auf Dauer nur dann geben können wenn es ihm gelingt,
eine echte Beziehung zu seinem Hund aufzubauen. Es liegt allein an uns Menschen, eine solche Beziehung herzustellen
und zu erhalten. Soll es zu einer von wirklichem gegenseitigem Verstehen getragenen Beziehung kommen ist es
unerlässlich, dass der Mensch dafür eine solide Basis schafft. Diese Basis besteht aus Orientierung, Vertrauen, Sicherheit
und der Achtung der individuellen Stärken und Schwächen des Tieres.
Verantwortung für einen Hund zu übernehmen bedingt die Fähigkeit zu erkennen, wann und wie in sein Verhalten eingegriffen
werden sollte, und wann eben auch mal nicht, denn auch ein Hund hat das Recht durch eigene Erfahrungen zu lernen.
Es ist die Fähigkeit, Antworten auf seine Fragen zu haben und ihn in entscheidenden Momenten nicht sich selbst zu überlassen.
Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier vollzieht sich über kleinste optische, akustische und taktile Signale und Bewegungen,
auf die der Hund sehr genau achtet und reagiert, da es ihm so angeboren ist.
Der heutige Mensch kommuniziert vor allem mit Hilfe von Stimme und Worten, dadurch hat er oftmals verlernt
auf seine eigene Körpersprache und die anderer Lebewesen zu achten.
Wir  Menschen müssen nicht nur lernen, die Körpersprache wieder zu beachten, sondern auch, wie man sie richtig interpretiert
und einsetzt. Nur dann kann man sich dem Hund wirklich verständlich machen und ihm dabei helfen zu erfassen,
was wir von ihm erwarten. Mensch und Hund müssen ein Leben lang lernen in der richtigen Art und Weise miteinander umzugehen,
um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.
Eine wirkliche von gegenseitigem Vetrauen getragene Beziehung kann nicht durch Technik zustande gebracht oder aufrechterhalten
werden und Probleme im Zusammenleben sind niemals mit Gewalt oder dem Zufügen von Schmerzen zu lösen im Gegenteil:
Durch das zufügen von physischen oder psychischen Schmerzen leben die Hunde ununterbrochen in Angst- und Stresszuständen,
ohne Vertrauen und Sicherheit.
Das ständige Wechselspiel zwischen Härte einerseits und allzu grosser Nachsicht andererseits ziehen meist die gleichen
Fehlentwicklungen in der Mensch-Hund-Beziehung nach sich.
Die Förderung und Pflege einer Freundschaft, in der sich der Mensch seiner Verantwortung täglich aufs neue bewusst
wird muss an erster Stelle stehen, und nicht der willenlose Gehorsam des Hundes!

Ein perfekt ausgeführtes “Sitz”, “Platz” und “Fuss” sollten nicht an erster Stelle stehen, sondern ein harmonisches,
angstfreies und gefahrloses Zusammenleben mit anderen Menschen und Tieren - sei es zu Hause oder unterwegs.
Nur auf einer solchen Basis kann eine weitere Ausbildung - welcher Art auch immer -
aufbauen und hat somit dauerhaften Bestand.
Wir Menschen müssen unbedingt darauf achten, dass wir unsere Gefühle, Vorstellungen und Sichtweisen nicht auf die Tiere
projizieren. Das ist sehr schwierig, da wir die Hunde aus menschlicher Sicht wahrnehmen, aber es ist möglich.

Trotz der oft sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen und Sichtweisen müssen wir die Gefühle der Tiere beachten,
und versuchen sie zu verstehen und auf sie einzugehen. Machen wir das nicht,
entwickeln sich Verhaltensstörungen die uns evtl. gefährlich werden können.
Der Mensch sollte sich seiner Verantwortung gegenüber dem Tier stets bewusst sein und den Hund möglichst nicht
vermenschlichen, aber auch nicht versachlichen.
Die soziale Stellung, die ein Mensch in der Beziehung zu seinem Hund einnimmt muss er sich erst verdienen bzw. erarbeiten -
und das ein ganzes Hunde-Leben lang!
Wenn ein Hund im Zusammenleben mit dem Menschen beispielsweise keine Orientierung und Sicherheit findet und nicht weiss,
was richtig oder falsch ist, übernimmt er irgendwann die Führung, weil der Mensch aus seiner Sicht nicht dazu in der Lage ist.